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Schildkroetenpost

(visions-suche.org)

 

 

Als die Menschen noch wussten, dass die Erde eine Scheibe ist, wollte ein großer König von seinem Hofphilosophen wissen, auf was denn jene Scheibe ruhe.

 

"Auf einer zusammengerollten Schlange", lautete die umgehende Antwort des weisen Mannes. Auf die drängende Nachfrage des wissbegierigen Herrschers, worauf nun dieses Reptil liege, gab der Gelehrte preis, es ruhe auf dem Rücken eines Elefanten. Der runzelige Koloss wiederum, der Herrscher hatte nicht locker gelassen, balanciere auf dem Panzer einer riesigen Schildkröte.

 

Der König war beeindruckt und der Magister schickte sich soeben an, still den Grübelnden zu verlassen, da ereilte ihn, noch bevor er rücklings ganz entschwunden war, die unvermeidliche Frage.

 

"Doch worauf steht nun diese Schildkr...", hob der König an, doch der Wissende fiel ihm untertänigst ins Wort: "Exzellenz, von da ab nur noch Schildkröten..."

 

 

 

 

 

"Don't deny the virtues of the turtle

who moves very slowly

stops to go inside

and contemplate

is close to the ground

and sees very well"

 

unknown source

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Es will vieles werden

 

Wir gehen immer verloren,

wenn uns das Denken befällt

und werden wiedergeboren,

wenn wir uns ahnend der Welt

 

anvertrauen und treiben

wie die Wolken im hellen Wind,

denn alle Grenzen, die bleiben,

ferner als Himmel sind.

Und es will vieles werden,

aber wir greifen es kaum.

Wie lange sind wir der Erden

Ängstliche noch im Traum,

Fragwürdige noch wie lange,

da alles sich schon besinnt,

da das, was einstens so bange,

schon klarer vorüberrinnt?

Dass uns ein Sanftes geschähe,

wenn uns der Himmel berührt,

wenn seine atmende Nähe

uns ganz zum Hiersein verführt.

Jean Gebser (1905 – 1973)

 

Nächste Termine:

 

The Quest - eine einwöchige Initiation für junge Menschen

18. Juli 2016

 

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16. August 2016